Spanien
Mallorca
Auf Mallorca wird bereits seit der Römerzeit Wein angebaut, damals galten die mallorquinischen Weine als besonders gut. Selbst unter den Mauren wurde der Weinbau weitergepflegt, wie einige auf diese Zeit zurückreichende Ortsnamen belegen (Bunyola – kleiner Weinberg, Banyalbufar – Weinberg am Meer). Der Weinbau in den heutigen geschützten Anbaugebieten läßt sich bis in das Mittelalter zurückverfolgen. Die Rebflächen nahmen bis zur bislang glanzvollsten Zeit des mallorquinischen Weinbaus Ende des 19. Jahrhunderts immer weiter zu, mallorquinische Weine errangen zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Doch die Reblausplage zerstörte Ende des 19. Jahrhunderts den gesamten Rebenbestand. Während des 20. Jahrhunderts lag der mallorquinische Weinbau weitgehend darnieder. Es wurden zwar neue Reben gepflanzt, doch wurden keine hochwertigen Weine erzeugt. Aus einheimischen Trauben wurden in den meisten Betrieben mit veralteter Kellertechnik einfache, doch sehr alkoholhaltige, schwer verträgliche Massenweine erzeugt. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Situation grundlegend. Vielfach übernahmen junge, innovative Winzer die Betriebe von der vorherigen Generation und modernisierten sie von Grund auf, neue Betriebe kamen hinzu. Heute hat der mallorquinische Weinbau sich gut entwickelt, immer mehr Weine finden internationale Anerkennung. Neben den konventionell arbeitenden, meist größeren Betrieben haben sich in der Nische der natürlichen Produktionsmethoden zwei Winzer große Anerkennung erworben, deren Weine wir Ihnen in unserem Programm präsentieren möchten.
D.O. Binissalem
Das älteste geschützte Anbaugebiet Mallorcas mit den traditionellen Weinorten Santa María del Camí, Santa Eugenia, Consell, Binissalem und Sencelles besteht seit 1991. Auf rund 450 ha liegen die Rebflächen hier relativ nahe beisammen. Auf dem typischen call vermell, dem kalkhaltigen roten Boden werden vorwiegend die mallorquinischen Rebsorten Manto Negro, Callet und Prensal Blanc angebaut, daneben auch Importreben und solche vom spanischen Festland wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Tempranillo, Monastrell, Chardonnay, Macabeo, Moscatel und Parellada. Die nichtheimischen Trauben dürfen jedoch nach den strengen Statuten nur im Verschnitt mit den heimischen Trauben ausgebaut werden, nicht reinsortig. Einige Winzer scheren deshalb aus, erzeugen z.B. reinsortigen Syrah und nehmen in Kauf, diesen nur als Landwein verkaufen zu dürfen.
D.O. Pla i Llevant
Dieses zweite geschützte Anbaugebiet Mallorcas besteht seit 1999. Die 210 ha Anbauflächen verteilen sich auf ein deutlich größeres Gebiet und liegen viel stärker verstreut. Zu den wichtigsten Weinbauorten gehören Algaida, Campos, Felanitx, Manacor, Petra und Sineu. Auch hier lassen sich die Böden dem call vermell zuordnen, der je nach Eisengehalt mehr oder weniger rot ausfällt. Die Statuten sind weiter gefaßt als in Binissalem, die Importreben haben einen größeren Anteil und dürfen auch reinsortig ausgebaut werden. Unter den roten mallorquinischen Reben dominiert statt Manto Negro der Callet.
Vi de la Terra Illes Balears
Seit wenigen Jahren können alle Weine der Baleareninseln, die nicht aus einem der vorgenannten geschützten Anbaugebiete stammen, unter dieser Herkunftsbezeichnung verkauft werden. Die Klassifizierung als Landwein bedeutet dabei keineswegs, daß es sich um einfache Weine handelt, die Qualität bleibt nicht hinter denen der beiden mallorquinischen D.O.’s zurück.
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Dr. Kerstin Meyer-Kriesten
Rolfinckstraße 8
22391 Hamburg
Öffnungszeiten:
Mo - Fr 9:00 - 18:00
Sa 9:00 - 13:00
T 0 40 . 536 30 900
info@landundwein.de
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